Bibeltreff zu Hause – 16. Juni – Hoffnung

Bibeltreff zu Hause – 16. Juni

Römer 5,1-5 Hoffnung

Barbara Marti

Hoffnung kommt aus dem altdeutschen „hopen“, hüpfen, vor Erwartung unruhig springen, zappeln

In den vergangenen Wochen wurde in vielen christlichen Sendungen und Predigten das Thema „Hoffnung“ aufgenommen.  Hoffnung haben, Hoffnungsträger sein, das möchte ich auch. Ich spüre jedoch, dass ich nicht immer so hoffnungsvoll und zuversichtlich bin. Die Auseinandersetzung mit den Folgen und Einschränkungen durch Covid19 aber auch die Operation meiner Narbenbrüche am 3. Juli fordert mich heraus. Und so haben mir ermutigende Predigten oder auch die „Sofa-Explo“ von Campus für Christus gut getan. Diese hatte das Thema „hope is rising“. Ihr könnt die Aufzeichnung auch jetzt noch anhören. www.sofa-explo.com

 

Impuls zum Nachdenken:

  • Wie hast du die vergangenen Wochen erlebt?
  • Hat die Hoffnung Oberhand gehabt oder gab es auch hoffnungslose Momente?
  • Wie hast du den hoffnungsvollen Blick wieder erhalten? Lass uns doch Anteil daran haben.

 

Hoffnung

ist auch ein grosses Thema in der Bibel. Aus den vielen Bibelstellen habe ich Römer 5, 1-5 ausgewählt.

DIE HOFFNUNG derer, die durch Jesus Christus mit Gott versöhnt sind.

„Nachdem wifive birds flying on the sear nun aufgrund des Glaubens für gerecht erklärt worden sind, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. Durch ihn haben wir freien Zugang zu der Gnade bekommen, die jetzt die Grundlage unseres Lebens ist, und im Glauben nehmen wir das auch in Anspruch. Darüber hinaus haben wir eine Hoffnung, die uns mit Freude und Stolz erfüllt: Wir werden einmal an Gottes Herrlichkeit teilhaben. Doch nicht nur darüber freuen wir uns; wir freuen uns auch über die Nöte, die wir jetzt durchmachen. Denn wir wissen, dass Not uns lehrt durchzuhalten,  und wer gelernt hat durchzuhalten, ist bewährt, und bewährt zu sein festigt die Hoffnung.  Und in unserer Hoffnung werden wir nicht enttäuscht. Denn Gott hat uns den Heiligen Geist gegeben und hat unser Herz durch ihn mit der Gewissheit erfüllt, dass er uns liebt.“

 

Am Anfang dieses Kapitels richtet Paulus unseren Blick auf das was wir als Kinder Gottes haben und sind.
Nachdem wir nun aufgrund des Glaubens für gerecht erklärt worden sind, …. durch Jesus Christus, unseren Herrn.

 

Impuls zum Nachdenken:

  • Wie würdest du jemandem Rechtfertigung erklären?

 

Wir sind „recht vor Gott“. Dies ist nicht eine Qualitätsänderung von mir, von dir – also etwas, das wir Gott bringen können, sondern wir stehen in einem neuen Rechtsverhältnis zu Gott.
Kolosser, 2, 14

 

haben wir Frieden mit Gott
Hier geht es nicht um Gefühl, sondern auch dies beschreibt das neue Verhältnis mit Gott. Der Friede ist nicht weil ich so friedlich bin, sondern es ist der Friedensschluss Gottes mit mir. Durch die versöhnende Tat von Jesus am Kreuz haben wir Frieden – es ist Friede gemacht. Epheser2,13 + 14a

 

Durch ihn haben wir freien Zugang zu der Gnade bekommen, die jetzt die Grundlage unseres Lebens ist, und im Glauben nehmen wir das auch in Anspruch.
Freien Zugang zu der Gnade… Das Wort „Zugang“, das Paulus braucht hat folgende Bedeutungen. Es wurde gebracht, wenn jemand bei einem Mitglied der königlichen Familie angemeldet und vorgestellt wurde. Aber es ist auch der Vorgang, die Erlaubnis, den Tempel betreten zu dürfen, d.h. bestimmte Bedingungen der Reinheit mussten erfüllt sein.
Durch Jesus ist der „Eintritt“ zur Gnade Gottes geöffnet. Durch den Glauben an Jesus ist die  Gnade der Lebensboden auf dem wir stehen dürfen.

 

Darüber hinaus haben wir eine Hoffnung, die uns mit Freude und Stolz erfüllt: Wir werden einmal an Gottes Herrlichkeit teilhaben. (rühmen uns der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird)
Es ist nicht unser Verdienst, unser Ruhm, dass wir auf dem Boden der Gnade und aus der Gnade leben dürfen. Der Ruhm, der Jubel gehört allein Gott. Wir dürfen uns freuen, dass wir zu diesem Gott gehören dürfen – nicht weil wir so gut sind, sondern weil er gut ist. Die Zukunft in der Ewigkeit ist ein Geschenk von ihm.

 

Paulus schrieb an die Christen in Rom. Es war schwer in Rom ein Christ zu sein. Und vor dem verschliesst Paulus die Augen nicht. Nein er redet davon, dass da manches im Leben schwer ist.right human hand

 

Doch nicht nur darüber freuen wir uns; wir freuen uns auch über die Nöte, die wir jetzt durchmachen. Denn wir wissen, dass Not uns lehrt durchzuhalten,  und wer gelernt hat durchzuhalten, ist bewährt, und bewährt zu sein festigt die Hoffnung.  Und in unserer Hoffnung werden wir nicht enttäuscht. Denn Gott hat uns den Heiligen Geist gegeben und hat unser Herz durch ihn mit der Gewissheit erfüllt, dass er uns liebt.

 

Spannend der Gedanke von Paulus. Die Freude hört nicht auf auch wenn Nöte kommen. Das ist ehrlich gesagt für mich eine „hohe Schule“. Freude trotz Nöten? Das im griechischen Text gebrauchte Wort bedeutet „Druck“. Alles Mögliche kann auf uns lasten: Bedrückung durch Mangel und Not, Quarantäne, Bedrängnis durch Trauer oder Krankheit, Einsamkeit, als Christ belächelt werden, Verfolgung….

 

Impuls zum Nachdenken:

  • Was ist dein „Druck“?
  • Dürfen wir für dich beten oder brauchst du in dieser Not Unterstützung?

 

Paulus zeigt uns in diesen Versen, dass Nöte nicht einfach schlecht oder nicht sein dürfen, sondern dass diese Situationen das Potential haben, dass wir geformt und nicht verformt werden.

Solche Druckzeiten bewirken Geduld, an Jesus festhalten trotz allem, nicht den Kopf in den Sand zu stecken und zu warten, dass hoffentlich alles bald vorbei ist – nein uns den Nöten stellen und den Schwierigkeiten die Stirn bieten. Es gibt Dinge, die wir aktiv angehen können, wo unsere Ausdauer, unser Dranbleiben gefragt ist. Da sollen und dürfen wir unseren Beitrag leisten. Als Beethoven die Taubheit aus sich zukommen sah, sagte er: „Ich werde das Leben an der Kehle packen.“
Ein eigenes Beispiel: Als ich meinen Arzt sagte, dass ich mich manchmal so alt fühle, weil mir die Kräfte fehlen und ich einfach nicht mehr so fit bin wie andere in meinem Alter. Da meinte er: „andere in Ihrem Alter leben nicht mehr!“ Er brachte mich auf den Boden der Wirklichkeit. Ich habe die Wahl zu resignieren oder mich an dem zu freuen, was ich noch kann und habe.

Und  bei Nöten, die wir von uns aus nicht verändern können, daran festhalten, dass wir den Gott der Hoffnung an unserer Seite haben.

Nöte bringen auch unsere Echtheit hervor. Paulus sagt es mit dem Wort „bewährt“.  Wie bei einem Edelmetall, wenn es auf seine Echtheit geprüft wird. Im Feuer der Läuterung zeigt sich was echt und was Schlacke ist. Hier merke ich, dass ich immer wieder in der Schule des Vertrauens bin, ja, dass meine „Schlacke“ sogar Misstrauen gegen Gott ist. Meint es Gott gut mit mir? Was mutet er mir noch alles zu? Wie gut ist es, dass wir dann zurück schauen dürfen auf die vielen Begebenheiten, wo wir Gottes Durchhilfe und Wendung der Dinge schon erlebet haben. Oder wie es im Bibelwort heisst: vergiss nicht, wieviel Gutes er dir getan hat. Und dies führt wieder zur festen Hoffnung, wie uns Paulus sagt.

Und dann folgt eine letzte wichtige Aussage von Paulus: Die christliche Hoffnung erweist sich nicht als Illusion weil sie sich auf die Liebe Gottes gründet. In allem was wir erleben, dürfen wir trotz allem Gottes Liebe sehen – nicht Strafe. Römer 8,28

Das Leben ist zwar manchmal wirklich schwer und Hoffnung kann ins Wanken kommen aber was nicht ins Wanken kommt, ist Gottes unerschütterliche Liebe zu dir und zu mir.
Römer 8,37-39

 

green-leafed plant

Dietrich Bonhoeffer hat folgendes geschrieben:

Ein Glaube, der nicht hofft, ist krank. Er ist wie ein hungriges Kind, das nicht essen, oder wie ein müder Mensch, der nicht schlafen will. So gewiss der Mensch glaubt, so gewiss hofft er. Und es ist keine Schande zu hoffen, grenzenlos zu hoffen.

Und warum sollen wir uns unserer Hoffnung schämen? Nicht unserer Hoffnung werden wir uns einstmals zu schämen haben, sondern unserer ärmlichen und ängstlichen Hoffnungslosigkeit, die Gott nichts zutraut, die in falscher Demut nicht zugreift, wo Gottes Verheissungen gegeben sind, die resigniert in diesem Leben und sich nicht freuen kann auf Gottes ewige Macht und Herrlichkeit. Je mehr ein Mensch zu hoffen wagt, desto grösser wird er mit seiner Hoffnung: Der Mensch wächst mit seiner Hoffnung – wenn es nur die Hoffnung auf Gott und seine alleinige Kraft ist. Die Hoffnung bleibt.

 

Impuls zum Nachdenken:

  • Wie nährst du den vertrauensvollen Blick auf den Gott der Hoffnung?
  • Hast du einen Tipp?
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